VPN-Tunnel und Verschlüsselung: Was geschützt ist und was nicht
Welchen Teil deiner Verbindung ein VPN verschlüsselt, was HTTPS zusätzlich schützt und was VPN-Anbieter und die Netze hinter ihren Servern trotzdem sehen.

Das Wichtigste
- Ein VPN verschlüsselt den Weg zwischen deinem Gerät und dem VPN-Server. Hinter dem Server läuft dein Datenverkehr ohne die Verschlüsselung des VPN weiter.
- Die meisten Websites verschlüsseln zusätzlich selbst, mit HTTPS, vom Browser bis zur Website. Das VPN ersetzt das nicht.
- Der VPN-Anbieter sieht, mit welchen Seiten du dich verbindest, aber nicht den Inhalt von HTTPS-Seiten.
Zwei Schichten Verschlüsselung
Eine VPN-App packt deinen Datenverkehr in eine verschlüsselte Verbindung zum VPN-Server. Das nennt man VPN-Tunneling. Die Verbindung selbst ist der VPN-Tunnel. Websites mit HTTPS legen darin eine zweite Schicht an:
- Dein Gerät
- WLAN und Internetanbietersehen nur den Tunnel
- VPN-Serversieht, welche Seiten du öffnest
- WebsiteHTTPS schützt weiter den Inhalt
Die Verschlüsselung des VPN reicht von deinem Gerät bis zum VPN-Server. HTTPS reicht vom Browser bis zur Website, über den ganzen Weg.
Wer was sieht
| Wer | Ohne VPN, mit HTTPS | Mit VPN und HTTPS |
|---|---|---|
| Betreiber des WLANs | welche Seiten du öffnest | nur, dass du ein VPN nutzt |
| Dein Internetanbieter | welche Seiten du öffnest | nur, dass du ein VPN nutzt |
| VPN-Anbieter | – | welche Seiten du öffnest, nicht ihren Inhalt |
| Netzbetreiber hinter dem VPN-Server | – | den Datenverkehr des Servers, nicht deine HTTPS-Inhalte |
| Die Website | deine IP-Adresse | die Adresse des VPN-Servers |
„Welche Seiten du öffnest“ heißt: die Namen der Seiten, etwa aus Adressabfragen (DNS) und vom Beginn jeder verschlüsselten Verbindung. Seiteninhalte, abgeschickte Formulare und deine Passwörter bleiben in HTTPS verborgen.
Wer die Server betreibt
VPN-Anbieter mieten ihre Server meist in Rechenzentren. Der Betreiber des Netzes hinter einem Server sieht dessen Datenverkehr, so wie dein Internetanbieter deinen. Dieses Archiv hält fest, welches Netz jeden veröffentlichten Server trägt. Die Server der 13 Anbieter stehen in 130 Netzen. In 45 dieser Netze stehen Server von mehr als einem Anbieter.
| 98 % | ||
| 95 % | ||
| 95 % | ||
| 95 % | ||
| 94 % | ||
| 86 % | ||
| 75 % | ||
| 74 % | ||
| 73 % | ||
| 55 % |
Nur für Anbieter, deren Liste Serveradressen nennt.
Mehr dazu in Die Netze hinter VPN-Servern.
Was Verschlüsselung nicht verbirgt
- Deine Konten. Meldest du dich an, weiß die Seite, dass du es bist.
- Menge und Zeitpunkt deines Datenverkehrs. Verschlüsselung verbirgt Inhalte, nicht aber, dass Daten fließen.
- Was dein Gerät selbst sendet. Apps können weiter Daten über dich an ihre Hersteller schicken.
Prüf die Adresse, nicht das Schloss. Das Schloss im Browser steht für HTTPS. Ob das VPN aktiv ist, zeigt dir der IP-Check.
Nächster Schritt
Verschlüsselung hilft nur, wenn der gesamte Datenverkehr durch den Tunnel läuft. Lies DNS- und WebRTC-Leaks.
Die Zahlen in diesem Ratgeber stammen aus dem Archiv und ändern sich mit jeder Datenaktualisierung. Stand 1. November 2026.
Mit den Daten des Archivs prüfen
- Wie ist meine IP? IP-Adresse und Standort anzeigen
- VPN-Service-Anbieter im Test: Standorte, Messungen, Preise
Weiterlesen: DNS-Leak und WebRTC-Leak: erkennen und verhindernAlle Ratgeber