Virtuelle VPN-Standorte: Wenn der Server woanders steht
Was ein virtueller VPN-Standort ist, wie viele Standorte die Anbieter selbst als virtuell markieren und was unsere Messungen über den echten Serverstandort zeigen.

Das Wichtigste
- Bei einem virtuellen Standort bekommst du eine IP-Adresse aus einem Land, der Server steht aber in einem anderen.
- Die Anbieter selbst markieren 430 von 1.673 gelisteten Standorten als virtuell (26 %). Überhaupt angeben, welche Standorte virtuell sind, tun nur 6 von 13 Serverlisten.
- Unsere Messungen verorten den Server bei 132 von 1.126 gemessenen Standorten außerhalb des angegebenen Landes.
So funktioniert ein virtueller Standort
Du wählst in der App „Argentinien“. Der Anbieter hat dort keinen Server, also verbindet er dich mit einem Server in einem Nachbarland und gibt dir eine Adresse, die Adressdatenbanken Argentinien zuordnen. Websites halten dich dann für jemanden aus Argentinien. Deine Daten laufen aber durch das andere Land.
- Dein Gerätdu wählst Argentinien
- Server in einem anderen LandAdresse aus Argentinien
- Websitehält dich für jemanden in Argentinien
Das Land in der Liste und das Land des Servers können verschieden sein. Manche Anbieter sagen das in ihrer Liste, andere nicht.
Warum das wichtig ist
- Tempo: Der echte Server kann weit von dem Ort entfernt sein, den du dir vorstellst.
- Recht und Datenschutz: Deine Daten laufen durch das Land des Servers, nicht durch das gelistete.
- Erwartungen: Zahlst du für „Server in 150 Ländern“, willst du vielleicht wissen, wie viele davon echt sind.
Wie viele Standorte sind virtuell?
- als virtuell markiert: 430 (26 %)
- nicht als virtuell markiert: 701 (42 %)
- Liste enthält keine Angabe: 542 (32 %)
Listen mit Markierung sagen für jeden Standort „virtuell“ oder „nicht virtuell“. Listen ohne Markierung sagen dazu gar nichts; aus der Liste allein lässt sich dann nichts ablesen. Deshalb misst dieses Archiv selbst.
| 58 % | ||
| 46 % | ||
| 45 % | ||
| 43 % | ||
| 33 % | ||
| 2 % |
Hier stehen nur Anbieter, deren Liste virtuelle Standorte kennzeichnet.
Was die Messungen zeigen
Das Archiv pingt für jeden Standort einen veröffentlichten Server von Messpunkten auf der ganzen Welt an. Kommt eine Antwort schneller zurück, als es aus dem gelisteten Land möglich wäre, steht der Server nachweislich woanders. Das zeigt sich bei 132 von 1.126 gemessenen Standorten. Die meisten davon markiert der Anbieter selbst als virtuell, die Liste sagt also die Wahrheit. Die übrigen sind Befunde: Die Liste markiert sie nicht, doch Messungen an zwei verschiedenen Tagen verorten den Server woanders.
- passt zum Land: 644 (57 %)
- keine Aussage möglich: 346 (31 %)
- Server nicht im Land: 132 (12 %)
„Passt zum Land“ heißt: Keine Antwort schließt das Land aus, und eine Antwort verortet den Server in seiner Nähe – ein Beweis ist das nicht. „Keine Aussage möglich“ heißt: Kein Messpunkt war nah genug, um es zu entscheiden. Die Regeln stehen auf der Seite zur Methode.
Länder, in denen es nur virtuelle Standorte gibt
In 27 Ländern ist jeder Standort, den ein Anbieter dort nennt, von ihm selbst als virtuell markiert. Brauchst du einen Server, der tatsächlich in einem dieser Länder steht, bietet ihn keiner der Anbieter hier an.
Prüf das Land vor dem Kauf: Wähl im VPN-Finder das Land und setz den Haken bei „und der Anbieter kennzeichnet seinen Standort dort nicht als virtuell“.
Nächster Schritt
Die Analyse der virtuellen Standorte listet jeden gemessenen Standort, dessen Server in einem anderen Land steht. Die Methode dahinter erklärt Wie Latenz einen Server verortet.
Die Zahlen in diesem Ratgeber stammen aus dem Archiv und ändern sich mit jeder Datenaktualisierung. Stand 17. Oktober 2026.
Mit den Daten des Archivs prüfen
- Virtuelle VPN-Standorte: Anzahl und Anbieter
- VPN-Dienste und Anbieter: Standorte, Messungen, Preise
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