VPN-Protokolle: WireGuard, OpenVPN und IKEv2 im Vergleich
Was ein VPN-Protokoll ist, wie sich WireGuard, OpenVPN und IKEv2 unterscheiden, ob TCP oder UDP besser ist und warum du PPTP meiden solltest.

Das Wichtigste
- Ein VPN-Protokoll legt fest, wie App und Server den verschlüsselten Tunnel aufbauen.
- WireGuard ist neu, schlank und meist schnell. OpenVPN ist älter, fast überall verfügbar und kann wie gewöhnlicher Webverkehr aussehen. IKEv2 steckt in vielen Handys und Computern schon drin.
- Für die meisten passt die Voreinstellung der App. Umstellen lohnt sich nur, wenn ein Netz das VPN blockiert oder die Verbindung ständig abbricht.
Wo das Protokoll wirkt
- VPN-Appspricht das Protokoll
- VPN-Serverspricht dasselbe Protokoll
- Websitebekommt vom Protokoll nichts mit
Das Protokoll zählt nur zwischen deinem Gerät und dem VPN-Server. Websites sehen gewöhnlichen Datenverkehr vom Server.
Ist WireGuard besser als ein VPN?
Die Frage taucht oft auf, vergleicht aber zwei verschiedene Dinge: WireGuard ist kein Ersatz für ein VPN, sondern eines der Protokolle, mit denen VPN-Apps ihren Tunnel bauen. Genauso ist OpenVPN ein Protokoll und zugleich der Name der Software, die es umsetzt.
Die gängigen Protokolle im Vergleich
| WireGuard | OpenVPN | IKEv2/IPsec | |
|---|---|---|---|
| Alter | seit etwa 2016 | seit 2001 | seit den 2000er-Jahren |
| Umfang des Codes | klein, gut überprüfbar | groß | Teil des Betriebssystems |
| Tempo | meist schnell | langsamer als WireGuard | schnell |
| Kommt durch strenge Netze | wird manchmal blockiert | kann über TCP-Port 443 laufen, wie Webverkehr | wird manchmal blockiert |
| Mobilfunk | verbindet schnell neu | verbindet langsamer neu | für Netzwechsel gebaut |
| In Handys und Computern eingebaut | teilweise | braucht eine App | oft eingebaut |
Viele Anbieter entwickeln außerdem eigene Protokolle, oft auf Basis von WireGuard. Beispiele sind NordLynx von NordVPN, das auf WireGuard aufbaut, und Lightway von ExpressVPN. ExpressVPN nennt in seinem Trust Center mehrere externe Audits von Lightway.
TCP oder UDP: was ist besser?
OpenVPN läuft wahlweise über UDP oder über TCP. UDP ist meist schneller und deshalb die übliche Voreinstellung. TCP, vor allem über Port 443, sieht für ein Netz wie gewöhnlicher verschlüsselter Webverkehr aus und kommt deshalb eher durch Netze, die VPNs sperren, etwa in Hotels oder Firmen.
Und PPTP?
PPTP ist ein sehr altes Protokoll aus den 1990er-Jahren und gilt seit Langem als unsicher. Apple hat die Unterstützung dafür schon 2016 aus iOS und macOS entfernt. Bietet dir eine App PPTP an, nimm etwas anderes.
Welches du wählen solltest
- Starte mit der Voreinstellung der App. Die meisten Apps wählen automatisch das passende Protokoll für dein Netz.
- Verbindet sich das VPN im Hotel- oder Firmennetz nicht, stell auf OpenVPN über TCP um. Das ähnelt gewöhnlichem Webverkehr am meisten.
- Bricht die Verbindung unterwegs ständig ab, probier WireGuard oder IKEv2.
- Kommt es dir vor allem auf Tempo an, probier WireGuard.
Was das Protokoll nicht ändert
- In welchem Land der Server steht. Das ist eine Frage des Standorts, nicht des Protokolls; siehe Virtuelle VPN-Standorte.
- Was der VPN-Anbieter sehen kann. Jedes Protokoll endet an seinem Server.
- Ob deine DNS-Anfragen am Tunnel vorbeigehen. Das hängt von der App ab; siehe DNS- und WebRTC-Leaks.
Protokolle testet diese Seite nicht. Das Archiv misst, wo die veröffentlichten Server eines Anbieters stehen, nicht wie schnell oder sicher ein Protokoll ist. Was die Liste eines Anbieters enthält, zeigen die Anbieterseiten.
Nächster Schritt
Welchen Teil des Wegs ein Protokoll schützt, zeigt VPN-Tunnel und Verschlüsselung.
Die Zahlen in diesem Ratgeber stammen aus dem Archiv und ändern sich mit jeder Datenaktualisierung. Stand 17. Oktober 2026.
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