Stufe 3 · So funktioniert es2 Min. LesezeitAktualisiert am 17. Oktober 2026

VPN-Tunnel und Verschlüsselung: Was geschützt ist und was nicht

Welchen Teil deiner Verbindung ein VPN verschlüsselt, was HTTPS zusätzlich schützt und was VPN-Anbieter und die Netze hinter ihren Servern trotzdem sehen.

Illustration: ein Schloss-Symbol in einer abgerundeten Kachel, dazu der Titel Was die Verschlüsselung schützt

Das Wichtigste

  • Ein VPN verschlüsselt den Weg zwischen deinem Gerät und dem VPN-Server. Hinter dem Server läuft dein Datenverkehr ohne die Verschlüsselung des VPN weiter.
  • Die meisten Websites verschlüsseln zusätzlich selbst, mit HTTPS, vom Browser bis zur Website. Das VPN ersetzt das nicht.
  • Der VPN-Anbieter sieht, mit welchen Seiten du dich verbindest, aber nicht den Inhalt von HTTPS-Seiten.

Zwei Schichten Verschlüsselung

Eine VPN-App packt deinen Datenverkehr in eine verschlüsselte Verbindung zum VPN-Server. Das nennt man VPN-Tunneling, und die Verbindung selbst ist der VPN-Tunnel. Websites mit HTTPS legen darin eine zweite Schicht an:

  1. Dein Gerät
  2. WLAN und Internetanbietersehen nur den Tunnel
  3. VPN-Serversieht, welche Seiten du öffnest
  4. WebsiteHTTPS schützt weiter den Inhalt
vom VPN verschlüsselt nicht vom VPN verschlüsselt
Die Verschlüsselung des VPN reicht von deinem Gerät bis zum VPN-Server. HTTPS reicht vom Browser bis zur Website, über den ganzen Weg.

Wer was sieht

WerOhne VPN, mit HTTPSMit VPN und HTTPS
Betreiber des WLANswelche Seiten du öffnestnur, dass du ein VPN nutzt
Dein Internetanbieterwelche Seiten du öffnestnur, dass du ein VPN nutzt
VPN-Anbieter–welche Seiten du öffnest, nicht ihren Inhalt
Netzbetreiber hinter dem VPN-Server–den Datenverkehr des Servers, nicht deine HTTPS-Inhalte
Die Websitedeine IP-Adressedie Adresse des VPN-Servers

„Welche Seiten du öffnest“ heißt: die Namen der Seiten, etwa aus Adressabfragen (DNS) und vom Beginn jeder verschlüsselten Verbindung. Was du liest, welche Formulare du abschickst und deine Passwörter bleiben in HTTPS verborgen.

Wer die Server betreibt

VPN-Anbieter mieten ihre Server meist in Rechenzentren. Wer das Netz hinter einem Server betreibt, sieht dessen Datenverkehr, so wie dein Internetanbieter deinen sieht. Dieses Archiv hält fest, welches Netz jeden veröffentlichten Server trägt: Die Server der 13 Anbieter stehen in 131 Netzen, und 43 dieser Netze tragen Server von mehr als einem Anbieter.

Anteil der Standorte je Anbieter in Netzen, die auch andere Anbieter nutzen

Nur für Anbieter, deren Liste Serveradressen nennt.

Mehr dazu in Die Netze hinter VPN-Servern.

Was Verschlüsselung nicht verbirgt

  • Deine Konten. Meldest du dich an, weiß die Seite, dass du es bist.
  • Menge und Zeitpunkt deines Datenverkehrs. Verschlüsselung verbirgt Inhalte, nicht dass Daten fließen.
  • Was dein Gerät selbst sendet. Apps können weiter Daten über dich an ihre Hersteller schicken.

Prüf die Adresse, nicht das Schloss. Das Schloss im Browser steht für HTTPS. Ob das VPN aktiv ist, zeigt dir der IP-Check.

Nächster Schritt

Verschlüsselung hilft nur, wenn der gesamte Datenverkehr durch den Tunnel läuft. Lies DNS- und WebRTC-Leaks.

Die Zahlen in diesem Ratgeber stammen aus dem Archiv und ändern sich mit jeder Datenaktualisierung. Stand 17. Oktober 2026.

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