{"data":{"case":{"actions":{"de":["Installiere alle Updates für dein Betriebssystem und deinen Browser: Sie enthalten den Schutz gegen Spectre.","Installiere Prozessor-Updates (Mikrocode), sobald dein Betriebssystem oder der Hersteller deines Geräts sie anbietet.","Lass die Schutzmaßnahmen eingeschaltet; Linux aktiviert sie auf anfälligen Prozessoren standardmäßig."],"en":["Install all updates for your operating system and browser: they include the protections against Spectre.","Install processor updates (microcode) when your operating system or device maker offers them.","Leave the protections switched on; Linux turns them on by default on vulnerable processors."]},"criteria":{"damage":{"de":"Schäden durch Angriffe sind nicht dokumentiert; die Kosten lagen in den Fixes, die manche Systeme langsamer machten.","en":"No damage from attacks has been documented; the cost lay in the fixes, which made some systems slower.","met":false},"exploitation":{"de":"Kein echter Angriff ist bestätigt, und keine der beiden Spectre-CVEs steht auf der CISA-Liste ausgenutzter Schwachstellen (NVD, Oktober 2026).","en":"No attack in the wild has been confirmed, and neither Spectre CVE is on CISA's list of exploited vulnerabilities (NVD, October 2026).","met":false},"reach":{"de":"Die Lücke steckt in Prozessoren von Intel, AMD und Arm, die in Milliarden von Geräten arbeiten, vom Smartphone bis zum Cloud-Server (Spectre-Studie und Website der Forscher, 2018).","en":"The flaw sits in processors from Intel, AMD and Arm that are used in billions of devices, from smartphones to cloud servers (Spectre paper and researchers' site, 2018).","met":true},"response":{"de":"Fixes von Prozessorherstellern, für Betriebssysteme, Compiler und Browser zugleich, mit Windows-Patches für 41 von 45 Editionen binnen sechs Tagen (Microsoft, 9. Januar 2018).","en":"Fixes from processor makers, operating systems, compilers and browsers at once, with Windows patches for 41 of 45 editions within six days (Microsoft, January 9, 2018).","met":true}},"cves":["CVE-2017-5753","CVE-2017-5715"],"cvss":5.6,"cvss_version":"3.1","cwe":"CWE-203","dates":[{"date":"2017-06-01","key":"reported"},{"date":"2018-01-03","de":"Sechs Tage früher als geplant veröffentlicht, zusammen mit den ersten Updates","en":"Made public six days early, together with the first updates"},{"date":"2018-01-09","de":"Der ursprünglich geplante Termin; Windows-Patches für 41 von 45 Editionen verfügbar","en":"The originally planned date; Windows patches out for 41 of 45 editions"}],"de":{"credit":"Google Project Zero und, unabhängig davon, Forscher von Universitäten und Unternehmen","fixed":"Kein einzelner Fix: Updates für Betriebssysteme, Browser, Compiler und Prozessor-Mikrocode, ab dem 3. Januar 2018","product":"Prozessoren von Intel, AMD und Arm, in Milliarden von Geräten","summary":"Ein Designfehler in fast allen modernen Prozessoren ließ Programme Speicher lesen, den sie nicht sehen dürften, auf Desktop-PCs, Laptops, Servern und Smartphones."},"disclosed":"2018-01-03","en":{"credit":"Google Project Zero and, independently, researchers from universities and companies","fixed":"No single fix: updates for operating systems, browsers, compilers and processor microcode, from January 3, 2018","product":"Processors from Intel, AMD and Arm, in billions of devices","summary":"A design flaw in almost all modern processors let programs read memory they should not see, on desktops, laptops, servers and smartphones."},"figures":[{"de":"Windows-Editionen brauchten Patches; für 41 gab es sie sechs Tage nach der Veröffentlichung","en":"Windows editions needed patches; 41 had them six days after disclosure","value":"45"},{"de":"Leistungsverlust mit allen Meltdown- und Spectre-Fixes in den von Red Hat getesteten Anwendungen, mit Retpoline","en":"slowdown with all Meltdown and Spectre fixes on Red Hat's tested workloads, with retpoline","value":"1–8 %"},{"de":"Tage vergingen von der Meldung an Intel, AMD und Arm bis zur Veröffentlichung","en":"days from the report to Intel, AMD and Arm until the flaw went public","value":"216"}],"key":"spectre","name":"Spectre","product":"Intel, AMD and Arm processors","sources":[{"de":"Google Project Zero: Auslesen von geschütztem Speicher über einen Seitenkanal","title":"Google Project Zero: reading privileged memory with a side channel","url":"https://projectzero.google/2018/01/reading-privileged-memory-with-side.html"},{"de":"Google Security Blog: die Prozessor-Schwachstelle und was du wissen musst","title":"Google Security Blog: today's CPU vulnerability and what you need to know","url":"https://security.googleblog.com/2018/01/todays-cpu-vulnerability-what-you-need.html"},{"de":"Google Cloud: Schutz vor den neuen Schwachstellen ohne Leistungseinbußen","title":"Google Cloud: protecting customers from the new vulnerabilities without hurting performance","url":"https://cloud.google.com/blog/topics/inside-google-cloud/protecting-our-google-cloud-customers-new-vulnerabilities-without-impacting-performance"},{"de":"Website der Forscher zu Meltdown und Spectre, mit FAQ","title":"The researchers' site on Meltdown and Spectre, with FAQ","url":"https://spectreattack.com/"},{"de":"Die Spectre-Studie (arXiv, Januar 2018)","title":"The Spectre paper (arXiv, January 2018)","url":"https://arxiv.org/abs/1801.01203"},{"de":"NVD: CVE-2017-5753","title":"NVD: CVE-2017-5753","url":"https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2017-5753"},{"de":"Microsoft: Leistungseinbußen durch die Spectre- und Meltdown-Fixes unter Windows","title":"Microsoft: performance impact of the Spectre and Meltdown fixes on Windows","url":"https://www.microsoft.com/en-us/security/blog/2018/01/09/understanding-the-performance-impact-of-spectre-and-meltdown-mitigations-on-windows-systems/"},{"de":"Red Hat: Leistungseinbußen durch die Meltdown- und Spectre-Fixes","title":"Red Hat: performance impact of the Meltdown and Spectre fixes","url":"https://access.redhat.com/articles/3307751"},{"de":"Dokumentation des Linux-Kernels zu Spectre","title":"Linux kernel documentation on Spectre","url":"https://docs.kernel.org/admin-guide/hw-vuln/spectre.html"},{"de":"Ein Sicherheitsforscher über einen funktionierenden Spectre-Exploit auf VirusTotal (2021)","title":"A security researcher on a working Spectre exploit found on VirusTotal (2021)","url":"https://dustri.org/b/spectre-exploits-in-the-wild.html"}],"vector":"CVSS:3.1/AV:L/AC:H/PR:L/UI:N/S:C/C:H/I:N/A:N","year":2018}},"description":"Ein Designfehler in Prozessoren von Intel, AMD und Arm ließ Programme fremden Speicher lesen. Wie er wirkt, was die Fixes kosten und was jetzt zu tun ist.","language":"de","latest_measurement":"2026-10-23","method":"latency-v3","method_page":"https://crackthe.net/de/methode/","source":"https://crackthe.net/","text":"Am 3. Januar 2018 machten Google Project Zero und, unabhängig davon, Forscher mehrerer Universitäten und Unternehmen eine Schwachstelle im Design moderner Prozessoren öffentlich. Die Lücke namens Spectre erlaubt es einem Programm, den Prozessor so zu täuschen, dass er Speicher preisgibt, den das Programm nie lesen dürfte, etwa Daten des Betriebssystems oder anderer Programme. Die betroffenen Prozessoren von Intel, AMD und Arm stecken in Milliarden von Geräten, und laut Google war die Lücke schon seit fast 20 Jahren in den meisten Computern vorhanden.\nSpectre ist kein Fehler in einem einzelnen Produkt, den ein einziges Update beseitigt. Die Lücke liegt in der Arbeitsweise der Prozessoren, deshalb mussten die Fixes von vielen Seiten zugleich kommen.\nSo funktionierte der Angriff Um schnell zu sein, wartet ein moderner Prozessor nicht ab, bis er weiß, welchen Weg ein Programm als Nächstes nimmt. Er rät und arbeitet schon voraus. Das nennt man spekulative Ausführung. War die Vermutung falsch, verwirft der Prozessor die Ergebnisse. Er hinterlässt aber Spuren in seinem Cache, einem kleinen, schnellen Speicher, der kürzlich genutzte Daten griffbereit hält.\nSpectre gibt es in zwei Varianten. Die erste missbraucht eine Prüfung, die sorgfältige Programme vornehmen: Bevor sie Eintrag Nummer x einer Liste lesen, prüfen sie, ob x innerhalb der Liste liegt. Der Angreifer trainiert den Prozessor zuerst darauf, zu erwarten, dass die Prüfung gelingt. Dann fragt er nach einem Eintrag weit außerhalb der Liste. Während die Prüfung noch läuft, rät der Prozessor, liest ein geheimes Byte hinter dem Ende der Liste und lädt damit ein Stück Speicher in den Cache. Das Ergebnis wird verworfen. Doch der Angreifer misst, wie schnell verschiedene Speicherstellen antworten, erkennt, welche geladen wurde, und schließt daraus auf das geheime Byte.\nBei der zweiten Variante trainiert der Angreifer die Vermutungen des Prozessors über Sprünge in einem anderen Programm, etwa im Betriebssystem oder in einem Hypervisor, der Software, die in einer Cloud die virtuellen Maschinen betreibt. Das Opfer führt dann kurz Codestücke aus, die der Angreifer ausgewählt hat und die auf dieselbe Weise Daten verraten.\nProgramm des Angreiferstrainiert die Vermutungen des Prozessors Prozessorrät falsch und liest vorab ein geheimes Byte Cachebehält eine Spur des Bytes Zeitmessungschneller und langsamer Speicher verraten das Byte Spectre in vier Schritten: Der Prozessor verwirft das falsche Ergebnis, doch die Spur, die er im Cache hinterlässt, verrät das Geheimnis. Das Programm des Angreifers muss bereits auf demselben Gerät laufen, der Angriff ist schwer durchzuführen, und er kann Daten lesen, aber nicht verändern. Deshalb bewertet die US-amerikanische National Vulnerability Database Spectre nur mit 5,6 von 10. Trotzdem funktionierte der Angriff in den Tests von Google. Mit normalen Benutzerrechten las er den Speicher des Kernels, des Kerns des Betriebssystems, mit etwa 2.000 Byte pro Sekunde. Aus einer virtuellen Maschine heraus las er den Kernel-Speicher des Host-Rechners mit etwa 1.500 Byte pro Sekunde.\nReichweite und Kosten der Fixes Laut den Forschern ist fast jedes System betroffen: Desktop-PCs, Laptops, Cloud-Server und Smartphones. Die Testangriffe von Google Project Zero liefen auf Prozessoren aller drei Hersteller: einem Intel Xeon, zwei AMD-Prozessoren und dem Arm-Prozessor eines Nexus-5X-Smartphones.\nWurde Spectre schon für echte Angriffe genutzt? Die Antwort der Forscher: „Wir wissen es nicht.“ Kein Angriff ist bestätigt, und keine der beiden Spectre-CVEs steht auf der Liste ausgenutzter Schwachstellen, die die US-Behörde CISA führt. Im Februar 2021 wurde ein funktionierender Exploit für Linux und Windows, also ein Programm, das den Angriff ausführt, bei VirusTotal hochgeladen, einem Dienst, der Dateien auf Schadsoftware prüft; das berichtete ein Sicherheitsforscher. Das ist ein fertiges Werkzeug, kein beobachteter Angriff.\nBezahlt wurde Spectre mit Geschwindigkeit. Manche Fixes hindern Prozessoren daran, bei bestimmten Sprüngen zu raten, oder lassen sie ihre Vermutungen öfter löschen, und das kostet Zeit. Die meisten veröffentlichten Messungen erfassen die Fixes für Spectre und für Meltdown zusammen, eine verwandte Prozessorlücke, die gemeinsam mit Spectre öffentlich wurde.\nLeistungsverlust durch alle Meltdown- und Spectre-Fixes, nach Anwendungsart Transaktionsdatenbanken, erste Fixes19 % Transaktionsdatenbanken, mit Retpoline8 % Datenanalyse und Java, erste Fixes7 % Datenanalyse und Java, mit Retpoline5 % Reine Rechenlast, erste Fixes5 % Reine Rechenlast, mit Retpoline2 % Red Hat, jeweils das obere Ende der gemessenen Spanne, für den Meltdown-Fix und beide Spectre-Varianten zusammen. Retpoline, unten erklärt, senkte die Kosten. Stand: März 2019.\nMicrosoft maß auf Windows-10-PCs mit Prozessoren ab etwa 2016 Leistungsverluste im einstelligen Prozentbereich. Ältere PCs und Windows Server wurden stärker gebremst, vor allem, wenn sie viele Daten lasen und schrieben. Google berichtete, es habe seine Fixes in der ganzen Cloud eingespielt, ohne dass Kunden es bemerkten: Dazu sei keine einzige Support-Anfrage eingegangen.\nDie Fixes: viele kleine Reparaturen Google Project Zero meldete die Sicherheitslücke am 1. Juni 2017 an Intel, AMD und Arm. Eine gemeinsame Veröffentlichung war für den 9. Januar 2018 geplant, doch Google ging sechs Tage früher an die Öffentlichkeit, weil bereits Berichte erschienen waren. Laut Google hatten alle seine Cloud-Dienste bis Dezember 2017 Schutz gegen alle bekannten Varianten.\nDie Fixes kamen ab dem 3. Januar 2018 von mehreren Seiten: Updates für Betriebssysteme und Browser, neue Techniken in Compilern, den Werkzeugen, die Quellcode in Programme übersetzen, und Mikrocode-Updates, die das eingebaute Steuerprogramm des Prozessors ändern. Microsoft veröffentlichte seine ersten Updates am 3. Januar. Sechs Tage später gab es über Windows Update Patches für 41 der 45 Windows-Editionen, die Microsoft damals unterstützte.\nVarianteWas der Angreifer ausnutztWichtigste Gegenmaßnahmen 1, Umgehung der Grenzprüfungdie Vermutung, dass eine Prüfung an einer Liste gelingtBarrieren oder Maskierung im Programmcode und damit neu übersetzte Programme 2, Einschleusen von Sprungzielendie Vermutungen über Sprünge in anderen ProgrammenRetpoline in der Software oder neue Prozessorsteuerungen per Mikrocode Retpoline schreibt Sprünge in einem Programm so um, dass die Vermutungen des Prozessors in einer harmlosen Schleife enden. Laut Google schützt die Technik vollständig vor der zweiten Variante, ohne die Leistung für die Kunden zu beeinträchtigen, und der Linux-Kernel schaltet sie auf anfälligen Prozessoren standardmäßig ein. Neuere Prozessoren haben eine Hardwarefunktion namens Enhanced IBRS, die das Raten bei Sprüngen begrenzt; die Kernel-Dokumentation beschreibt sie als effizienter als Retpoline.","title":"Spectre: Wenn Prozessoren beim Raten Geheimnisse verraten","url":"https://crackthe.net/de/schwachstellen/spectre/"}