Identitätsdiebstahl: was tun? Der Notfallplan

Identitätsdiebstahl: was tun? Der Notfallplan

Jemand kauft, postet oder schließt Verträge in deinem Namen? Das ist Identitätsdiebstahl. Dieser Notfallplan zeigt Schritt für Schritt, wie du den Schaden stoppst und dich zurückholst.

Identitätsdiebstahl fühlt sich ohnmächtig an – aber du bist es nicht. Mit schnellem, geordnetem Handeln stoppst du den Missbrauch und drehst die meisten Folgen wieder zurück. Wichtig ist die richtige Reihenfolge.

Das Wichtigste in Kürze

  • Konten sichern: Passwörter ändern, 2FA aktivieren, zuerst das E-Mail-Konto.
  • Anzeige erstatten – das Aktenzeichen ist dein wichtigstes Werkzeug.
  • Betroffene Stellen informieren: Bank, Shops, Zahlungsdienste sperren/warnen.
  • Forderungen schriftlich abwehren und nicht vorschnell zahlen.
  • Auskunfteien prüfen (z. B. SCHUFA) und Einträge korrigieren lassen.

Woran du Identitätsdiebstahl erkennst

Oft fällt der Missbrauch erst durch Folgen auf. Diese Anzeichen solltest du ernst nehmen:

  • Unbekannte Rechnungen, Mahnungen oder Inkasso-Post zu Bestellungen oder Verträgen, die du nie getätigt hast.
  • Abgelehnte Kredite oder Verträge ohne erkennbaren Grund – ein Hinweis auf negative Auskunftei-Einträge.
  • Fremde Abbuchungen oder Kreditanfragen auf deinem Konto.
  • Login-Warnungen, Passwortänderungen oder neue Geräte, die nicht von dir stammen.
  • Post oder E-Mails von Behörden, Shops oder Banken zu Vorgängen, die du nicht kennst.
  • Bekannte erhalten Nachrichten in deinem Namen, die du nie geschrieben hast.

Häufig beginnt der Missbrauch mit abgeflossenen Zugangsdaten. Ob deine Daten im Umlauf sind, prüfst du über Datenleck prüfen und – speziell für die E-Mail – E-Mail in einem Datenleck – was tun? .

Sofort handeln – der Notfallplan

Die ersten Stunden zählen
  1. E-Mail-Konto zuerst sichern: neues, einzigartiges Passwort + 2FA. Es ist der Generalschlüssel zu allen anderen Konten.
  2. Finanzen sperren: Bank/Karten kontaktieren, unberechtigte Abbuchungen reklamieren, Sperr-Notruf 116 116.
  3. Anzeige bei der Polizei erstatten und das Aktenzeichen notieren.
  4. Betroffene Dienste informieren: Shops, Zahlungsdienste, Marktplätze – Konten sperren oder absichern lassen.
  5. Beweise sichern: Screenshots, Mails, Rechnungen, Daten und Uhrzeiten dokumentieren.

Bank, Karten & Zahlungsdienste prüfen

Geld ist das häufigste Ziel. Geh deine Finanzkonten gründlich durch:

  • Kontobewegungen kontrollieren: auch kleine, unbekannte Beträge – Betrüger testen oft mit Mini-Abbuchungen.
  • Karten sperren lassen bei Verdacht, über deine Bank oder den Sperr-Notruf 116 116.
  • Zahlungsdienste prüfen (PayPal, Klarna, Amazon): hinterlegte Zahlungsarten, Lieferadressen und offene Bestellungen checken.
  • Unberechtigte Abbuchungen reklamieren – wie das geht, zeigt Online-Banking-Betrug .
  • Hast du selbst im Vertrauen überwiesen? Dann zählt Tempo: Geld an Betrüger überwiesen .

Forderungen und Verträge abwehren

Betrüger bestellen auf Rechnung oder schließen Abos und Kredite ab. Diese Verträge sind für dich nicht bindend:

  • Schriftlich widersprechen (per E-Mail/Brief), Identitätsdiebstahl benennen, Aktenzeichen beilegen.
  • Nicht zahlen, nur um Ruhe vor Mahnungen zu haben – das erkennt Schuld an.
  • Fristen notieren und Nachweise aufbewahren.
Musterhaltung gegenüber Inkasso Bleib sachlich und konsequent: „Ich bin Opfer eines Identitätsdiebstahls (Aktenzeichen …). Der Vertrag kam nicht durch mich zustande. Ich widerspreche der Forderung vollumfänglich." Schriftform und Nachweise sind entscheidend.

Kreditwürdigkeit schützen

Hat der Täter Verträge auf deinen Namen abgeschlossen, können falsche Einträge bei Auskunfteien (z. B. SCHUFA) entstehen:

  • Selbstauskunft anfordern und auf fremde Vorgänge prüfen.
  • Falsche Einträge korrigieren lassen – mit Verweis auf die Anzeige.
  • Regelmäßig nachkontrollieren, bis alles bereinigt ist.

Wie du herausfindest, ob deine Daten überhaupt im Umlauf sind, zeigt Datenleck prüfen .

Dauerhaft schützen

Neutrale Hinweise zum Vorgehen bei Identitätsdiebstahl bündeln das BSI und die Polizeiliche Kriminalprävention .

Häufige Fehler vermeiden

  • Aus Scham warten – jede Stunde zählt.
  • Forderungen zahlen, statt zu widersprechen.
  • Nur ein Passwort ändern und das E-Mail-Konto vergessen.
  • Keine Anzeige erstatten – ohne Aktenzeichen wird die Abwehr schwer.

Verwandte Soforthilfen: Konto gehackt und die Notfall-Übersicht .

Häufige Fragen

Woran erkenne ich Identitätsdiebstahl?

Typische Anzeichen sind unbekannte Rechnungen oder Mahnungen, Bestellungen, die du nie getätigt hast, abgelehnte Kredite ohne Grund, Post von Inkasso oder Behörden zu fremden Vorgängen sowie Login-Warnungen und Passwortänderungen, die nicht von dir stammen.

Muss ich Identitätsdiebstahl anzeigen?

Ja, erstatte Anzeige bei der Polizei. Das Aktenzeichen brauchst du, um Forderungen abzuwehren, Verträge anzufechten und gegenüber Banken, Shops und Auskunfteien nachzuweisen, dass du Opfer einer Straftat bist.

Muss ich Forderungen aus betrügerischen Verträgen zahlen?

Nein. Verträge, die ein Betrüger in deinem Namen abgeschlossen hat, sind für dich nicht bindend. Widersprich schriftlich, verweise auf den Identitätsdiebstahl und lege das polizeiliche Aktenzeichen bei. Zahle nicht aus Angst vor Mahnungen.

Themen: Identität, Notfall