
Phishing-Link angeklickt – was jetzt zu tun ist
Auf einen verdächtigen Link geklickt oder sogar Daten eingegeben? Keine Panik. Mit diesen ruhigen Schritten begrenzt du den Schaden – und meistens ist nichts passiert.
- Internetverbindung kurz trennen, falls du eine Datei heruntergeladen hast (WLAN aus / Flugmodus).
- Keine weiteren Daten eingeben und die Phishing-Seite schließen.
- Passwort ändern, falls du eines eingegeben hast – zuerst beim betroffenen Dienst, dann überall, wo du es ebenfalls nutzt.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, damit ein gestohlenes Passwort allein nicht reicht.
Erst einordnen: Wie schlimm ist es wirklich?
Die gute Nachricht zuerst: Nur auf einen Link zu klicken, ist in den meisten Fällen harmlos. Gefährlich wird es erst, wenn du auf der gefälschten Seite Daten eingegeben (Passwort, TAN, Kreditkarte) oder eine Datei heruntergeladen und geöffnet hast.
Geh die Lage in Ruhe durch:
- Nur geklickt, Seite sofort geschlossen? Wahrscheinlich ist nichts passiert. Beobachte dein Konto trotzdem ein paar Tage.
- Daten eingegeben? Jetzt zählt Tempo – folge dem Notfallplan unten.
- Datei (Anhang, „Rechnung", „Foto") geöffnet? Behandle das Gerät als möglicherweise infiziert und prüfe es.
Gehe die drei Fragen der Reihe nach durch – sie führen dich direkt zu den richtigen Schritten:
1Hast du auf der gefälschten Seite Daten eingegeben (Passwort, TAN, Kartennummer)?
- Betroffenes Passwort sofort ändern – und überall, wo du es ebenfalls nutzt
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
- Bei Bank-/Kartendaten: Bank über die Nummer auf der Karte anrufen
- Tab schließen – meist ist nichts passiert
- Konto ein paar Tage im Auge behalten
2Hast du eine Datei aus der Nachricht geöffnet (Anhang, „Rechnung“, „Foto“)?
- Gerät als möglicherweise infiziert behandeln, Internet kurz trennen
- Virenscan mit dem eingebauten Schutz (z. B. Windows Defender)
- Betriebssystem und Programme aktualisieren
- Am Gerät ist meist kein weiterer Schritt nötig
3Hast du bereits Geld überwiesen oder eine Zahlung freigegeben?
- Sofort die Bank anrufen und die Überweisung stoppen/zurückholen lassen
- Anzeige bei der Polizei erstatten
- Screenshots und Belege als Beweise sichern
- Gut. Beobachte Konto und Postfach trotzdem einige Tage
Sofortmaßnahmen Schritt für Schritt
Was du jetzt tun solltest
- Passwort des betroffenen Kontos ändern – am besten von einem anderen, sicheren Gerät aus.
- Gleiches Passwort woanders? Überall ändern, wo du es wiederverwendet hast.
- 2FA aktivieren für E-Mail, Online-Banking und wichtige Konten.
- Aktive Sitzungen abmelden (viele Dienste bieten „Auf allen Geräten abmelden").
- Konto auf Spuren prüfen: geänderte E-Mail/Telefonnummer, neue Weiterleitungen, unbekannte Logins.
- Bei Bankdaten: Bank informieren und Karte/Konto beobachten – siehe Online-Banking-Betrug .
Was du auf keinen Fall tun solltest
- Nicht weitere Felder auf der Seite ausfüllen, „um zu sehen, was passiert".
- Nicht auf Rückfragen der Betrüger antworten (per Mail, SMS oder Telefon) – sie versuchen, mehr aus dir herauszuholen.
- Nicht Anhänge oder „Sicherheits-Updates" aus derselben Nachricht installieren.
- Nicht das alte Passwort behalten, nur weil „ja noch nichts passiert ist".
Wen du kontaktieren solltest
- Deine Bank, wenn Konto-, Karten- oder TAN-Daten betroffen sind – nutze die Nummer von der Rückseite deiner Karte, nicht aus der verdächtigen Nachricht.
- Den echten Dienst (z. B. PayPal, Amazon, dein Mail-Anbieter) über deren offizielle Webseite, um das Konto zu sichern.
- Verbraucherzentrale zur Einordnung, wenn du unsicher bist.
- Bei finanziellem Schaden: Anzeige bei der Polizei (auch online möglich).
Beweise sichern
Bevor du die Nachricht löschst, mach Screenshots: die E-Mail/SMS mit Absender, die gefälschte Internetadresse (URL) und alles, was du eingegeben hast. Das hilft bei Bank, Anzeige und der Meldung. Die Original-Mail kannst du zusätzlich an die Verbraucherzentrale (Phishing-Radar) weiterleiten.
Danach dauerhaft schützen
Ein einmaliger Klick ist kein Drama – Wiederholung schon. So machst du dich widerstandsfähig:
- Passwortmanager nutzen: Er füllt Logins nur auf der echten Seite aus und entlarvt Fälschungen automatisch.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung überall aktivieren.
- Phishing sicher erkennen lernen – die wichtigsten Warnzeichen auf einen Blick.
- Neutrale Tipps vom BSI für den Umgang mit Phishing und Schadsoftware.
Häufige Fragen
Ich habe nur den Link geöffnet, aber nichts eingegeben. Bin ich in Gefahr?
Meist nicht. Allein das Öffnen einer Phishing-Seite reicht in der Regel nicht aus, um dein Konto zu übernehmen. Gefährlich wird es, wenn du Daten eingegeben oder eine Datei heruntergeladen und geöffnet hast. Zur Sicherheit Gerät auf Aktualität prüfen und Konto im Auge behalten.
Ich habe mein Passwort auf der gefälschten Seite eingegeben. Was nun?
Ändere sofort das Passwort des betroffenen Kontos – und überall dort, wo du dasselbe Passwort genutzt hast. Aktiviere danach die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Je schneller du handelst, desto geringer der Schaden.
Sollte ich mein Gerät jetzt nach Viren durchsuchen?
Wenn du nur geklickt, aber nichts heruntergeladen hast, reicht meist ein aktuelles Betriebssystem. Hast du eine Datei geöffnet, führe einen Scan mit dem eingebauten Schutz (z. B. Windows Defender) durch und halte alles aktuell.