
Deepfakes erkennen: gefälschte Videos & Bilder
Gefälschte Videos werden immer besser. Trotzdem gibt es verräterische Anzeichen – und einfache Grundregeln, die zuverlässiger schützen als jedes Erkennungstool.
Was ein Deepfake ist
Ein Deepfake ist ein mit künstlicher Intelligenz gefälschtes Video, Bild oder Audio. Damit lassen sich Personen Dinge sagen oder tun lassen, die nie passiert sind – für Betrug, Erpressung oder Desinformation. Mehr zu KI-gestützten Maschen findest du in unserer KI-Sicherheit .
Worauf du achten kannst
Bei Videos lohnt ein zweiter, ruhiger Blick. Pausiere und achte auf:
- Augen und Blinzeln – unnatürlich selten oder seltsam.
- Mund und Lippen – passt die Bewegung exakt zum Ton?
- Haare, Zähne, Ohren – oft unscharf oder verwaschen.
- Licht und Schatten – stimmen sie im ganzen Bild überein?
- Übergänge am Gesichtsrand – Flackern oder Kanten?
Bei Fotos und Bildern
Gefälschte Bilder erkennst du oft an anderen Details als Videos:
- Hände und Finger – falsche Anzahl, verbogene oder verschmolzene Finger.
- Hintergrund – verzerrte Texte, unsinnige Schilder, sich wiederholende Muster.
- Schmuck, Brillen, Zähne – asymmetrisch oder „verlaufen“.
- Zu perfekt – makellose Haut, kitschiges Licht, alles wirkt glattgebügelt.
Hilfreich ist eine umgekehrte Bildersuche: Lade das Bild bei einer Suchmaschine hoch und prüfe, wo es zuerst auftauchte und in welchem Zusammenhang.
Kontext schlägt Technik
Statt Pixel zu studieren, frag dich: Passt das überhaupt? Würde diese Person dir wirklich so eine Nachricht schicken? Kommt die Aufforderung über einen ungewöhnlichen Kanal? Warum gerade jetzt, warum unter Druck? Ein Fake fällt fast immer im Kontext auf, lange bevor man die Bildfehler sieht.
Die wichtigere Verteidigung: Verhalten
Bei einer überraschenden, emotionalen oder finanziellen Forderung gilt unabhängig vom Medium:
- Über einen zweiten Kanal prüfen: zurückrufen über die echte, gespeicherte Nummer – nie die im Video oder Chat genannte.
- Familien-Codewort vereinbaren: Wer es nicht nennen kann, ist nicht die echte Person. Das schützt auch vor Schockanrufen und Deepfake-Anrufen .
- Kein Geld, keine Daten unter Zeitdruck – besondere Vorsicht bei Geld, Logins, Ausweisdaten und allem, was sich „sofort“ erledigen muss.
Unser Fazit
Erkennungstools sind nett, aber kein Verlass. Robust schützt dich ein einfacher Reflex: bei Druck innehalten und über einen bekannten Kanal prüfen. Die gleiche Logik steht hinter jedem guten Phishing-Schutz .Schon reingefallen?
Hast du unter dem Eindruck eines gefälschten Videos oder Anrufs Geld überwiesen, handle sofort nach der Soforthilfe „Geld an Betrüger überwiesen“ . Aktuelle Warnungen und Hintergründe zu Deepfakes veröffentlicht auch das BSI . Einen Überblick über verwandte Maschen gibt unser Betrugsschutz .
Häufige Fragen
Gibt es Apps, die Deepfakes zuverlässig erkennen?
Es gibt Erkennungstools, doch in der Praxis sind sie oft unzuverlässiger als beworben und hinken neuen Fälschungsmethoden hinterher. Verlasse dich nicht allein darauf.
Woran erkenne ich einen Deepfake-Anruf mit geklonter Stimme?
An der Kombination aus Dringlichkeit, Geld- oder Datenforderung und Druck. Leg auf und ruf die Person über ihre echte, gespeicherte Nummer zurück. Ein Familien-Codewort entlarvt Fälschungen sofort.
Themen: Deepfake, Betrugsschutz, KI