Aktive Sitzungen prüfen: Wer ist in deinen Konten eingeloggt?

Jedes große Konto führt eine Liste aller angemeldeten Geräte und verbundenen Apps. Fünf Minuten in dieser Liste zeigen dir, ob jemand mitliest – und beenden fremden Zugriff sofort.

Wer dein Passwort einmal hatte, bleibt oft angemeldet – auch wenn du das Passwort längst geändert hast. Deshalb gehört der Blick in die Geräteliste zu den wirksamsten Selbst-Checks überhaupt. Er ist kostenlos, dauert fünf Minuten pro Konto und beendet fremden Zugriff mit einem Klick.

Das Wichtigste in Kürze

  • Passwort ändern reicht nicht – bestehende Sitzungen laufen weiter.
  • Immer beides tun: alle Sitzungen beenden und das Passwort ändern.
  • Verbundene Apps („Mit Google anmelden“) sind der zweite, oft vergessene Zugang.
  • E-Mail-Konto zuerst prüfen – darüber lassen sich alle anderen Konten zurücksetzen.
  • Weiterleitungen im Postfach kontrollieren: der klassische Trick für stille Mitleser.

Wo du die Listen findest

DienstWeg
GoogleKonto → Sicherheit → Deine Geräte und Drittanbieter-Apps mit Kontozugriff
AppleEinstellungen → dein Name → Geräteliste ganz unten; Apple-ID online unter „Anmelden mit Apple“
MicrosoftKonto → Sicherheit → Anmeldeaktivität; Geräte unter „Geräte“
Facebook / InstagramEinstellungen → Kontozentrum → Passwort und Sicherheit → Wo du angemeldet bist
WhatsAppApp → Einstellungen → Verknüpfte Geräte
AmazonKonto → Anmelden & Sicherheit → Geräte / Inhalte und Geräte
Banking-Appmeist unter Sicherheit → registrierte Geräte / Freigabeverfahren

Fang beim E-Mail-Konto an. Es ist der Generalschlüssel: Wer es kontrolliert, kann bei fast jedem anderen Dienst „Passwort vergessen“ auslösen.

Der Check in fünf Schritten

Pro Konto durchgehen

  • 1. Geräteliste öffnen und jeden Eintrag ansehen: Gerätetyp, Ort, letzter Zugriff.
  • 2. Unbekanntes abmelden. Im Zweifel abmelden – du kannst dich jederzeit neu anmelden.
  • 3. Verbundene Apps prüfen: Was du nicht mehr nutzt oder nicht kennst, sofort widerrufen.
  • 4. Passwort ändern – danach, nicht davor, sonst bleibt der Angreifer über die alte Sitzung drin.
  • 5. Zwei-Faktor-Schutz aktivieren, falls noch nicht geschehen.
Reihenfolge zählt Erst alle Sitzungen beenden, dann das Passwort ändern, dann 2FA aktivieren. Andersherum kann ein noch angemeldeter Angreifer das neue Passwort direkt mitlesen oder zurücksetzen.

Verbundene Apps: der vergessene Zugang

Jedes „Mit Google fortfahren“ oder „Mit Facebook anmelden“ erzeugt eine dauerhafte Verbindung. Manche dieser Dienste dürfen deine Kontakte lesen, in deinem Namen posten oder auf dein Postfach zugreifen – Jahre nachdem du sie das letzte Mal geöffnet hast.

Geh die Liste einmal komplett durch und widerrufe alles, was du nicht aktiv nutzt. Achte besonders auf Apps mit Zugriff auf E-Mail, Kontakte, Dateien oder Kalender. Der Zugang lässt sich jederzeit neu erteilen, falls du den Dienst doch wieder brauchst.

Zusätzlich beim E-Mail-Konto prüfen

Wer sich Zugang zu einem Postfach verschafft, richtet fast immer eine stille Umleitung ein, um auch nach dem Passwortwechsel mitzulesen. Prüfe deshalb:

  • Weiterleitungen: Wird eine Kopie an eine fremde Adresse geschickt?
  • Filterregeln: Werden Mails von deiner Bank automatisch archiviert oder gelöscht?
  • Wiederherstellungsadresse und -telefonnummer: Stehen dort noch deine eigenen Daten?
  • App-Passwörter: Alte Einträge, die du nicht zuordnen kannst, löschen.

Der Test, der zählt

Ein geändertes Passwort ist wirkungslos, solange eine fremde Sitzung offen ist oder eine Weiterleitung läuft. Sitzungen beenden, Weiterleitungen prüfen, dann 2FA – erst diese drei Schritte zusammen sperren jemanden wirklich aus.

Wenn du fremden Zugriff findest

Dann ist es kein Check mehr, sondern ein Vorfall. Geh direkt nach Konto gehackt – Soforthilfe vor, bei sozialen Netzwerken nach Social-Media-Konto gehackt . Prüfe anschließend mit Datenleck prüfen , ob dein Passwort schon länger im Umlauf ist.

Wie oft?

Zweimal im Jahr für die wichtigsten Konten (E-Mail, Bank, Cloud, Social Media) – und immer sofort nach:

  • einer Login-Warnung oder einem 2FA-Code, den du nicht angefordert hast,
  • einem Datenleck bei einem Dienst, den du nutzt,
  • einem versehentlichen Klick auf einen Phishing-Link ,
  • dem Verkauf oder der Weitergabe eines Geräts, siehe Gerät sicher verkaufen .

Weitere kostenlose Selbst-Checks findest du in der Übersicht Sicherheits-Tools .

Häufige Fragen

Was passiert, wenn ich alle Sitzungen abmelde?

Du musst dich auf deinen eigenen Geräten einmal neu anmelden. Sonst nichts. Genau das ist der Sinn: Ein Angreifer, der noch angemeldet war, fliegt mit raus.

Reicht es, das Passwort zu ändern?

Nein. Eine bestehende Sitzung bleibt bei vielen Diensten aktiv, auch nachdem das Passwort geändert wurde. Du musst zusätzlich alle Sitzungen beenden – erst dann ist ein Angreifer wirklich draußen.

Ich sehe ein unbekanntes Gerät oder einen fremden Ort – bin ich gehackt?

Nicht zwangsläufig. Ortsangaben stammen aus der IP-Adresse und sind oft ungenau, etwa bei Mobilfunk oder VPN. Verdächtig wird es bei unbekanntem Gerätetyp, fremdem Land oder Zeitpunkten, an denen du nicht online warst.

Themen: Tools, Identität, Passwörter