Website-Backup und Notfallplan: einmal einrichten, nie bereuen

Ein Website-Backup besteht aus zwei Teilen – Dateien und Datenbank. Fehlt einer davon, ist die Sicherung wertlos. So richtest du sie richtig ein und testest sie in 20 Minuten.

Backups sind bei Websites doppelt tückisch: Sie bestehen aus zwei Teilen, und die meisten Betreiber sichern nur einen davon. Dazu kommt, dass ein Backup beim selben Anbieter zu liegen pflegt wie die Website – und damit denselben Risiken ausgesetzt ist. Beides lässt sich in einer halben Stunde beheben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dateien und Datenbank gehören beide ins Backup, sonst funktioniert nichts.
  • Eine Kopie außerhalb des Hosters ist Pflicht, nicht optional.
  • Mindestens 30 Tage Aufbewahrung – Manipulationen fallen spät auf.
  • Getestet ist es erst, wenn du einmal zurückgespielt hast.
  • Der Notfallplan gehört dazu: Zugangsdaten, DNS-Stand, Kontakte.

Was ins Backup gehört

BestandteilWas drinstecktOhne diesen Teil
DateienCMS-Kern, Theme, Erweiterungen, Uploads/BilderSeite ohne Design und Bilder
DatenbankSeiten, Beiträge, Nutzer, Bestellungen, Einstellungenleere Website ohne Inhalte
KonfigurationVerbindungsdatei, Serverregeln, ZertifikateSeite lässt sich nicht verbinden
NotfallplanZugänge, DNS-Stand, Kontaktedu kommst nicht an die Sicherung

Einrichten in vier Schritten

Sicherung aufsetzen

  • 1. Automatik einschalten: täglich für Shops, wöchentlich für reine Info-Seiten. Bei aktiven Shops zusätzlich stündliche Datenbank-Sicherung.
  • 2. Zielort außerhalb wählen: eigener Cloud-Speicher oder externe Festplatte – nicht derselbe Server.
  • 3. Aufbewahrung auf mindestens 30 Tage stellen, damit du auf einen Stand vor einer Manipulation zugreifen kannst.
  • 4. Benachrichtigung aktivieren: eine Mail bei Fehlschlag. Stille Backups sind der Normalfall des Scheiterns.
Backups beim selben Anbieter reichen nicht Wird dein Hosting-Konto gesperrt, gekündigt oder übernommen, ist die dort liegende Sicherung ebenfalls betroffen. Mindestens eine Kopie muss an einem Ort liegen, den ein Angreifer über dein Hosting-Konto nicht erreicht.

Der Test, der zählt

Eine Sicherung ist erst dann eine, wenn sie einmal zurückgespielt wurde. So testest du, ohne die Live-Seite zu gefährden:

  • Testumgebung anlegen (Staging oder Unterverzeichnis) und dort einspielen.
  • Prüfen: Startseite, ein Unterbereich, Login, Formulare, Bilder.
  • Zeit stoppen. Wenn du weißt, dass eine Wiederherstellung 25 Minuten dauert, ist ein Vorfall planbar statt panisch.
  • Zweimal im Jahr wiederholen – und nach jedem größeren Umbau.

Dasselbe Prinzip für deine privaten Daten steht in Backup testen .

Der Notfallplan

Ein Backup nützt nichts, wenn du im Ernstfall nicht an die Zugänge kommst. Leg diese Angaben so ab, dass du sie auch ohne deine Website und ohne dein Postfach auf dieser Domain erreichst – am besten im Passwortmanager mit eingerichtetem Notfallzugang:

  • Zugang zu Hosting-Konto, Domain-Konto und CMS-Admin.
  • Datenbank-Zugangsdaten und SFTP-Zugang.
  • Aktueller DNS-Stand als Screenshot oder Export – siehe Domain und DNS absichern .
  • Support-Kontakte von Hoster und Registrar, inklusive Kundennummer.
  • Eine Wiederherstellungs-E-Mail bei einem anderen Anbieter, nicht auf der eigenen Domain.

Die Ernstfall-Frage

Stell dir vor, deine Website ist seit einer Stunde offline und dein Postfach auf dieser Domain funktioniert ebenfalls nicht. Kommst du dann an Backup und Zugangsdaten? Lautet die Antwort nein, ist der Notfallplan die dringendere Baustelle als jede weitere Sicherheitseinstellung.

Für Shop-Betreiber zusätzlich

  • Bestelldaten häufiger sichern als den Rest – sie entstehen laufend neu.
  • Datenschutz beachten: Backups mit Kundendaten verschlüsselt ablegen und Löschfristen einhalten.
  • Zahlungsanbieter-Zugänge in den Notfallplan aufnehmen.

Wenn es doch passiert

Dann greift die Reihenfolge aus Website gehackt – Soforthilfe : erst Zugänge sperren, dann sauberes Backup einspielen, dann die Lücke schließen. Den Gesamtüberblick gibt der Bereich Website & Shop .

Häufige Fragen

Reicht das Backup meines Hosters?

Als einzige Sicherung nicht. Es liegt beim selben Anbieter – bei einer Kontosperre, einem Zahlungsproblem oder einem Ausfall dort ist es genauso weg wie deine Website. Nutze es als erste Ebene und ergänze eine Kopie außerhalb.

Was muss ein Website-Backup enthalten?

Beides: alle Dateien (CMS, Themes, Erweiterungen, Uploads) und die komplette Datenbank. Nur Dateien ergeben eine leere Seite, nur die Datenbank ergibt Inhalte ohne Website. Zusätzlich gehören Zugangsdaten und DNS-Einstellungen in den Notfallplan.

Wie lange sollte ich Backups aufbewahren?

Mindestens 30 Tage. Manipulationen bleiben oft wochenlang unbemerkt – wer nur sieben Tage aufbewahrt, hat im Ernstfall nur noch bereits infizierte Stände zur Auswahl.

Themen: Website, Backup, Absichern